Gleich auf dem Weg dahin gab´s ein Erleben mit passender Atmosphäre, quasi dem jährlichen Lokalkolorit Leipzigs zu Buchmesse-Zeiten – und der Drohung, es sei schon zu Anfang (am ersten Tag!!) füllig auf dieser Buchmesse: Cosplayer strömten vom Messe-Halt die Treppen runter... Also „the same procedure...“? Durchaus, womit also bestätigt war: Erwartung erfüllt ... Tatsächlich wurden schon am Donnerstag und Freitag mit 105.000 Tickets fast 10.000 mehr verkauft als im Vorjahr – und der Samstag war offenbar schon vorm Start der LBM ausverkauft, wow! Schließlich wurden an den vier Tagen insgesamt 313.000 Besucher gezählt, ein neuer Rekord... Im Grunde war es fast nur möglich, sich mit den Menschen-Massen treiben zu lassen. Dennoch schaffte ich mein straffes 5,5-Stunden-Programm, strukturiert durch mehrere fixierte Termine...
1. Blick in relevante Hallen: Die 1 (Merch) habe ich mir dieses Mal wirklich gespart – platzte eh aus allen Nähten, ein Vorbeigehen am Gang draußen
war möglich, vom Presse-Zentrum (zurück) kommend... Gegönnt habe ich mir natürlich vor allem die Hallen 3 (mit Manga-Comic-Con) und 5 (mit diversen Comic-Verlagen): Vertreten waren die „üblichen
Verdächtigen“, siehe Splitter, Reprodukt, Jacoby & Stuart, Egmont, Carlsen, Panini & Co. – und dazu Kinderbuch-Verlage wie Beltz&Gelberg, Klett Kinderbuch etc. Für eine feine
Verbindung beider Themen sorgte Martina Streble mit Ihrer Edition Helden...
© HPR, auch die weiteren... Wow, 20 Jahre Jubiläum!
...alles Manga oder was? Vieles jedenfalls ...
...leider nur selten zu sehen, doch immerhin bei Carlsen entdeckt: Sprechblasen integriert in die Stand-Deko, fein!
2. Tschechien PK & Stand: reich besucht und launig präsentiert! Anwesend waren Kultur-Verantwortliche des Landes, der (noch im Amt befindliche) langjährige Direktor der Frankfurter Buchmesse – und zwei aus der schreibenden Zunft mit ihren aktuellen Büchern: Markéta Pilátová (Kinderbuch „Die Maronen-Matrone“) und Miroslav Hlauco („Pfingsten“)
Und wieso „...ein Land an der Küste“? Nun, das Zitat stammt aus William Shakespeares Theaterstück „Das Wintermärchen“, in dem Böhmen fälschlicherweise eine Küste zugeschrieben wurde – gerne aufgegriffen, die Bedeutung Tschechiens für die Literatur zu fokussieren ... Erinnert habe ich natürlich (auch aufgrund der ausgestellten Comics, s.u.) an die feine Ausstellung zu Alois Nebel 2019 im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach (a.d.Saale) parallel zur damaligen ComFor-Jahrestagung „Aspekte der Comic-Komparatistik“. Einen Einblick in die Comic-Szene bot die Broschüre „New Czech Comics 2020-2025“ plus die dort gezeigten Comic-Stile, die auch in den original ausgestellten Exemplaren verfügbar waren (s.u.) – mit einer breiten Fülle an Sub-Genres, von Hubert & Hugo über eine Comic-Adaption des berühmten frühen Roboter-Romans RUR bis hin z.B. einer Neu-Interpretation der ebenfalls bekannten Octobriana. Hier gibt´s eine immer aktuelle Online-Übersicht zu tschechischen Comics: https://www.czechlit.cz/en/new-books-in-czech/?genre=comics
...trefflich: Zeichentrick-Trailer.
Comic-Broschüre, dazu die Bücher...
3. IG Comic Meeting: leider wieder mit magerer Teilnahme, Stand-Diensten geschuldet. Die wichtigste Botschaft: Es wird einen Gemeinschaftsstand geben – da kommt Freude auf! Denn damit wachsen die Chancen enorm, dass auch kleinere Comic-Verlage sich einen Auftritt in Frankfurt werden leisten können – neben den Großen, die natürlich weiterhin ihre größere Fläche bespielen werden! Meist im gleichen Bereich, nämlich Halle 4.0... Einig war sich die Runde auch darin, dass auf diesem Weg bislang fern gebliebene Verlage zur IG stoßen mögen, wofür es auch die Neu-Auflage eines Flyers geben soll: Was Haptisches zum Digitalen...
Scheint schon 2026 zu klappen: Gemeinschafts-Stand Comics - & more... Drücken die Daumen!
4. Traditionell ist in Leipzig eine Manga-Comic-Con eingebunden, die mit wohl mehr als 500 Ausstellern aus aller Welt geschätzt ¼ des Gesamt-Angebots ausmachte – und dieses Mal wurde erstmals ein Tancho Award für herausragende deutschsprachige Mangaka verliehen: In der Kategorie Verlagspublikation überzeugte Sozan Coskun mit Band 3 von „Kiela und das letzte Geleit“. In der Kategorie Selfpublishing setzte sich Lisa Santrau (LIAN) mit „Rabenfluch 3“ durch – so der Buchmarkt https://buchmarkt.de/2026/03/20/erster-tancho-award-fuer-herausragende-deutschsprachige-mangaka-verliehen/.
Tatsächlich hatte die Messe in Leipzig neben Bild-Geschichten allerlei Art(en) noch viele andersartige Verlage zu bieten – und damit auch vielerlei Genres: Für Youngsters natürlich auch und gerade New/Young Adult, Romantasy & Co., erkennbar an (Kilo?)meterlangen Schlangen geduldig anstehender Fans, aufs Signieren frisch zu kaufender Literatur wartend – ein weiterhin gutes Zeichen fürs Lesen? Man mag hoffen, dass dies gelinge, quasi vom Bild(erbuch) über stark visuell orientierte Buch-Gestaltung (Cover, Rundum-Farbschnitt...) hin zum reinen Lese-Text, so auch von kürzeren zu längeren Inhalten – wie ich auch Podcast-Interview bei Ralf Plenz anzumerken gewagt habe, höre hier hinein (Teil 1, vielerlei Comic-Bezüge enthalten):
https://podcast000572.podigee.io/334-lbm-reiter1. Apropos Cosplay: Eine exzellente (Foto-)Quelle ist der Messe-Mayer, inzwischen hier gelandet: https://buchmarkt.de/2026/03/23/der-messe-mayer-leipzig-2026-tag-5-von-5/ - wenige Worte, wonnige Fotos .... Ach ja, Fotos – auch dieses Mal gönnte sich CEWE einen Messe-Stand mit allerlei Fotobuch-Anregungen, gar vor Ort umzusetzen: So entsteht ggf. eine eigene Geschichte in Bildern = Variante comicaler Narration, im Sinne eines klassischen Foto-Romans, Sprechblasen inkl. == weiteres Cross-over...
Aus dem Foto-Fundus ggf. ergänzend:
(Kurzer Bericht für GABAL-impulse, Perspektive Weiterbildung:)
Leipziger Buchmesse 19.-22. März 2026: The same procedure...? Ja, schon am ersten Tag (dort ist das der Donnerstag) gab´s kaum ein Durchkommen – ich präzisiere: ... bei den üblichen Verdächtigen = Hallen 1 (Merch), 3 (Comic/Manga) und 5 (da auch noch einige wichtige Comic-Verlage vertreten – plus die „Große Bühne“ und Hugendubel-Shops). Weniger stark frequentiert dagegen die Hallen 2 und 4, mit Belletristik, Sachbuch – und auch Bildung, dazu gab´s einen Themen-Schwerpunkt KI. Wobei Bildung konzentriert auf Schule zu finden war, nur bedingt gab´s mal (berufliche Aus- und) Weiterbildung dazu, bei Cornelsen, Westermann, Verlag Europa-Lehrmittel etwa. Trotz der Menschen-Massen schaffte ich mein straffes Programm, strukturiert durch einige fixierte Termine, u.a. als Kontakte aus dem Versandbuchhandel (Verband bevh, Justitiar) und Verlag zu pflegen (Podcast-Interview mit mir zu Medien-Trends inkl., höre hier: https://podcast000572.podigee.io/334-lbm-reiter1). Wer sich generell für Literatur interessiert, hätte den Tschechien-Stand besuchen können: Dort präsentierte sich das Gastland 2026 der Frankfurter Buchmesse vorab, Presse-Konferenz inkl., mit einer Erinnerung daran, dass Tschechien auch bei der LBM bereits Ehrengast war, nämlich 2009...
© HPR zwei aktuelle Werke, die präsentiert wurden
Und dann „natürlich“ wieder der thematisch breit aufgestellte Antiquariats-Bereich, einige Bühnen – und weitere Begegnungen mit Literatur vielerlei Art(en) auch jenseits des Messe-Geländes: Leipzig bietet traditionell quasi überall in der Stadt Lesungen, Workshops & Co. an diesen vier Buchmesse-Tagen, toll! „Angerichtet“ für 313.000 bunt gemischtes Publikum (Rekord! – und „natürlich“ wieder deutlich mehr als in Frankfurt (dort im vergangenen Jahr 238.000), die sich bei mehr als 2.000 Ausstellern informieren und unterhalten lassen konnten: Stände also weniger als die Hälfte im Vergleich zu Frankfurt – eben eine Publikums- statt dort gemischt mit Fachmesse... Also kommendes Jahr mal reinschauen - save-the-date: 18.-21. März 2027: Schau mer mal – dann seng ma schon, einander nämlich?! Für einfach mal etwas andere Blickwinkel!
Hanspeter Reiter
COMICOSKOP-Redakteur Hanspeter Reiter, Autor dieses COMICOSKOP-Reports von der Leipziger Buchmesse 2026 inklusive Manga Con, nennt in unserer Redaktion das Spezialgebiet "Deutsche Comic-Kultur" sein eigen. Der Münchner, Jahrgang 1953, der nur zwei Jahre nach der westdeutschen Micky Maus-Premiere im Jahr des Fix und Foxi-Debüts zur Welt kam, lebt nach vielen Berufs- und Lebensjahren in Köln, seit kurzem wieder in der Heimat, ganz nahe bei München... "HPR" schreibt auch und gerne über den deutschen Comic-Markt, die Verlage und über deutsche Comic-Geschichte (Rubrik: Comics made in Germany). Zudem gilt er als hurtigster Rezensent der COMICOSKOP-Redaktion, schreibt Besprechungen wie aus der Pistole geschossen - ähnlich flink wie "Lucky Luke"... Immer noch lesenswert: Sein COMICOSKOP-Interview mit dem deutschen Disney-Zeichner Jan Gulbransson...
COMICOSKOP-Redakteur Hanspeter Reiter, Autor dieses COMICOSKOP-Gesprächs zum 10jährigen des Erika Fuchs-Hauses, nennt in unserer Redaktion das Spezialgebiet "Deutsche Comic-Kultur" sein eigen. Der Münchner, Jahrgang 1953, der nur zwei Jahre nach der westdeutschen Micky Maus-Premiere zur Welt kam, lebt nach vielen Berufs- und Lebensjahren in Köln, seit geraumer Zeit wieder in der Heimat, ganz nahe bei München... "HPR" schreibt auch und gerne über den deutschen Comic-Markt, die Verlage und über deutsche Comic-Geschichte (Rubrik: Comics made in Germany). Zudem gilt er als hurtigster Rezensent der COMICOSKOP-Redaktion, schreibt Besprechungen wie aus der Pistole geschossen - ähnlich flink wie "Lucky Luke"...